Berlin Songs
 

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  Berlin hat keine Skyline. Aber das Cover von Berlin Songs Vol. 2 - einer selbstveröffentlichten Compilation mit 24 Künstlern, die sich im Referenzrahmen Indie, (Anti)Folk und LoFi bewegen - zeigt eine Reihe von Hochhäusern, und erinnert somit in derer scheinbaren Deplatziertheit an die Liner Notes der ersten Ausgabe, in denen Dominic Hislop über den Song “Barcelona” seiner Band THE HANDS OF THE WRONG PEOPLE schreibt: “Benannt nach einer fremden Stadt und bezogen auf eine Gegenwart, die von fremden Erinnerungen geprägt ist, wirkt dieses Lied auf eine seltsame Weise sehr passend für eine Berlin Songs Compilation.” Viele Künstler auf Berlin Songs 2 sind Durchreisende, und weder fixiert auf eine lokale noch auf eine kulturelle Identität. Und doch haben sie in Berlin eine Art Zuhause gefunden, haben dort Konzerte gespielt, Alben oder Songs aufgenommen.

So sind die Songs von THE PURPLE ORGAN und JEFFREY LEWIS in Kollaboration mit den in Kreuzberg lebenden STANLEY BRINKS, früher bekannt als André Herman Düne, und Clémence FRESCHARD entstanden, die den beiden Helden der New Yorker Antifolk-Community einen ganz neuen, prägnanten Sound verpassen. Stanley Brinks selbst steuert eine Hymne gegen Gentrifizierungsprozesse bei, während sich Freschards “Berlin Tune” als subtiler Protestsong gegen den Abriss des Palastes der Republik entfaltet. Auch die Songs von HOWARD HUGHES, Mitglied der Indie-Folk Band COMING SOON aus Annecy, THE WAVE PICTURES aus England und der französischen Songwriterin JANE KIDDER wurden von den beiden aufgenommen. Der verlorene Sohn des New Yorker Antifolks, ISH MARQUEZ ist mit einem auf seiner Deutschlandtour geschriebenen Song vertreten, ebenfalls von Stanley Brinks und Freschard unterstützt, genauso sowie das Projekt von Jan Junker, MUMRIK.

Junker hat in den letzten Jahren für viele der Musiker Konzerte veranstaltet, und hat somit genauso wie Falk Quenstedt (FALK & DIE WIESE) und Sebastian Hoffmann (SIBSI), die die monatliche Reihe “Four Track On Stage” in der Hotelbar organisieren, mitgeholfen, dass kollaboriert wird, Freundschaften entstehen und Grenzen verwischen. So ist New York zusätzlich durch PHOEBE KREUTZ und SECRET SALAMANDER (Dashan Coram von Huggabroomstik) vertreten, erstere in Kollaboration mit Daniel Gower von der New Yorker Skandal-Experimentalband Ching Chong Song und letzterer mit einem Stück aus dem lange verloren geglaubten Album “MuMu”, welches in Berlin aufgenommene Soundcollagen verarbeitet.

Fast alle Protagonisten aus Uli M. Schueppels Dokumentarfilm “BerlinSong” (Berlinale Panorama 2007) sind ebenfalls vertreten: die Australierin KAT FRANKIE, das Duo CRAZY FOR JANE, Elisabeth Wood alias FANCIE und ihre Bandmitglieder NATHAN VANDERPOOL und TOMI SIMATUPANG. Oska Wald, der sich auch für das Artwork verantwortlich zeichnet, preist mit seiner Teenage Rock’n’Roll Band CHUCKAMUCK Schokoriegel an. JAKOB DOBERS und BRIAN’S BEDROOM BAND, beide auch bei der Berliner Indiepop-Band Sorry Gilberto aktiv, und der ostfriesische Johnny Cash, D. COOPER mit seinen PIGBIRDS, komplettieren das bunte, aber unvollständige Bild, was keinen Überblick über eine Szene geben will, sondern Ansporn sein will, selber zu schreiben, und selber zu dokumentieren. Denn es gibt noch viel zu entdecken und genauso viele Geschichten, die erzählt werden können.


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(C)
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